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Mitarbeiter haben Insolvenzgeld erhalten – Investorengespräche beginnen Nach dem Insolvenzantrag für die Trevira GmbH (Sitz in Bobingen) und die Trevira Holding GmbH (Sitz in Hattersheim) hat sich der vorläufige Insolvenzverwalter Wirtschaftsprüfer Werner Schneider in den vergangenen Tagen einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, bestehende Verpflichtungen und die Aussichten für einen Fortbestand verschafft. "Wir werden den Produktionsbetrieb weiter fortsetzen und machen uns nun mit Nachdruck an die Suche nach einem Investor", erklärte Schneider heute anlässlich einer Mitarbeiterinformation.
Neu-Ulm/Bobingen, 16. Juni 2009. Um die Gespräche mit potenziellen Käufern für die insolvente Firmengruppe besser führen zu können hat Schneider den früheren Trevira- Geschäftsführer Uwe Wöhner (49) für eine Mitarbeit gewinnen können. "Herr Wöhner hat hervorragende Einblicke in die Branche, verfügt über umfangreiche interne Firmenkenntnisse und wird insoweit bei den anstehenden Gesprächen wertvolle Hinweise geben. Er soll darüber hinaus für die Stabilisierung des operativen Tagesgeschäftes Sorge tragen", erklärte Schneider zu seiner Entscheidung.
"Herr Schneider hat mich um meine Unterstützung gebeten. Mir ist es wichtig einen Beitrag für die Zukunftssicherung der Trevira und seiner Mitarbeiter zu leisten" so Wöhner. Er hatte die Trevira GmbH von Februar 2008 bis April 2009 als Vorsitzender der Geschäftsführung geleitet und in dieser Zeit nachhaltige Akzente für eine grundlegende Restrukturierung des Unternehmens gesetzt. Wöhner wird am morgigen Mittwoch seine Tätigkeit aufnehmen.
Es sei, so Schneider weiter, in der aktuellen Situation sehr wichtig, die Verhandlungen mit möglichen Investoren schnell voran zu treiben, um weiteren Schaden vom Unternehmen abzuwenden – dies auch im Interesse der Mitarbeiter. Schneider und Wöhner sehen den Investorengesprächen optimistisch entgegen. "Die ersten Signale waren durchaus positiv", erklärte Schneider. Die Gespräche sollen bereits in dieser Woche beginnen.
Werner Schneider mit umfassender Befugnis Wirtschaftsprüfer Werner Schneider wurde in der vergangenen Woche vom Amtsgericht Augsburg zum so genannten "starken Verwalter" ernannt. Damit geht die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis auf den Insolvenzverwalter über. Über Anträge einer Insolvenz in Eigenverwaltung wurde vom Amtsgericht Augsburg nicht entschieden. Frau Elke Bäuerle ist jedoch weiterhin Geschäftsführerin und damit Organ der Gesellschaft.
Aktuell legt der vorläufige Insolvenzverwalter mit seinem kompletten Team einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die Sicherstellung der Fortsetzung des Geschäftsbetriebes an allen Standorten von Trevira. Derzeit erwirtschaftet das Unternehmen einen täglichen Umsatz von rund 1 Mio. Euro. Zahlungseingänge für die Warenauslieferungen gehen nun auf Treuhandkonto des Insolvenzverwalters. "Die Auftraggeber stehen bislang zum Unternehmen, das ist für uns eine solide Basis für die nähere Zukunft", so Schneider weiter.
Erstes Insolvenzgeld für Mitarbeiter wurde ausbezahlt Die Auszahlung des Insolvenzgeldes für den Monat Mai 2009 i.H.v. ca. 2,7 Mio. Euro für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist vorfinanziert und wurden vergangene Woche größtenteils überwiesen. Diese Vorfinanzierung wurde in Zusammenarbeit mit der Commerzbank Nürnberg sowie unter Zustimmung der Agentur für Arbeit in die Wege geleitet.
Für die Finanzierung der täglichen Geschäfte stehen Mittel aus einem Massekredit der Sparkasse Ulm und aus der Fortsetzung der Vereinbarung mit der Factoring-Gesellschaft zur Verfügung. Entgegen anders lautenden Meldungen ist bei der insolventen Trevira GmbH kein Zahlungseingang der indischen Reliance Group i.H.v. 55 Mio Euro erfolgt. Dies wird auch nicht erwartet, denn die Verpflichtung von Reliance besteht gegenüber zwei Banken und nicht gegenüber der Trevira GmbH. |